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Internationaler Tag des Versuchstiers | Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche

Montag, 24. April 2017 - 20:07

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche

Aktionstag

Am 24. April wird weltweit der "Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche" begangen. Der Tag geht auf die Initiative der englischen Tierschutzaktivistin Muriel Dowding (1908-1993) zurück. Der "Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche" ist seit 1962 ein Gedenktag für die Abermillionen Tiere, die in Versuchslabors unter großen Ängsten, Leiden und Schmerzen ihr Leben für fragwürdige Experimente und Tests lassen müssen. Trotz innovativer tierversuchsfreier Entwicklungen, wie etwa der Human-on-a-Chip-Technologie, mit der menschliche Organe im Miniaturformat auf einen Chip nachgebildet werden und mit dem etwa Giftigkeitstests durchgeführt werden können, zeichnet sich noch immer kein Rückgang der Anzahl der in Experimenten eingesetzten Tiere ab, stellt Gerda Matias, Präsidentin des "Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner" (IBT) fest.

Über drei Millionen Tiere müssen allein in Deutschland jedes Jahr in Tierversuchen leiden und sterben.

Diese Zahl ist in den letzten Jahren ständig gestiegen, obwohl das Tierschutzgesetz vorschreibt, dass Tierversuche erst dann durchgeführt werden dürfen, wenn es keine tierversuchsfreien Verfahren gibt, und wenn die Versuche unerlässlich und ethisch vertretbar sind. Aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen sind Tierversuche abzulehnen, denn Tiere sind keine „Modelle“ oder „Messinstrumente“, sondern Mitlebewesen, die wie wir Schmerzen, Leid und Angst empfinden. Auch die hohe Anzahl tödlicher Nebenwirkungen sind letztlich ein Beweis dafür, dass sich Ergebnisse aus Tierversuchen nicht mit der erforderlichen Sicherheit auf den Menschen übertragen lassen.Dennoch werden aktuell Hunderte von Millionen Euro in den Bau neuer Tierversuchslabore gesteckt, während die Erforschung und Entwicklung tierversuchsfreier Verfahren lediglich mit einem einstelligen Millionenbetrag gefördert wird. Der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche soll auf diese Missstände hinweisen.

Umdenken gefordert

„Der Ausstieg aus Tierversuchen und eine Wende hin zu einer modernen, tierversuchsfreien Forschung ist machbar“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Statt einen Zeitplan zur Umstellung zu erarbeiten – wie es die Niederlande getan haben – wird die Alternativmethodenforschung in Deutschland nach wie vor stiefmütterlich behandelt. Versuche an Tieren in der Forschung scheinen noch immer höchste Priorität zu genießen. Die Bundesregierung ist nun am Zug: Statt Tierversuche weiter zu fördern, müssen Gelder und Ressourcen mit aller Kraft in tierversuchsfreie Forschung fließen. Dies ist auch einer der Aufträge aus der EU-Tierversuchsrichtlinie.“

Strategie zum Ausstieg aus dem System Tierversuch erforderlich.

Allein in der EU müssen pro Jahr an die 12 Millionen Tiere für fragwürdige Experimente und Tests ihr Leben lassen.  „Die Politik blockt aber jede gesetzliche Verbesserung zur Reduzierung der Tierversuche ab“, stellt Matias dazu fest. So hat etwa die EU-Kommission trotz der erfolgreich durchgeführten Europäischen Bürgerinitiative (EBI) „Stop Vivisection“, die mit mehr als einer Million UnterzeichnerInnen den Ausstieg aus der tierexperimentellen Forschung forderte, keinen entsprechenden Gesetzesvorschlag ausgearbeitet. Damit stehen die Tierversuchsgegner aber nicht alleine da. Die EU-Kommission hat zu keiner einzigen der insgesamt drei erfolgreichen – von bislang 65 eingereichten - EBIs einen Gesetzesakt vorgelegt. Diese Ignoranz ist einem jüngst publizierten Analysebericht der „Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik“ zu entnehmen. Da die EU-Kommission mit ihrem alleinigen Initiativrecht jede gesetzliche Änderung blockieren kann, zwingt sie die Mitgliedstaaten zu nationalen Alleingängen. Während andere Länder, wie die Niederlande, mit gutem Beispiel voran gehen, setzt Deutschland nach wie vor in großem Stil auf Tierversuche. Alternativmethoden zu Tierversuchen sind jedoch bereits in großer Zahl verfügbar oder können entwickelt werden – damit sie umfassend anzuwenden sind, bräuchte es jedoch eine verstärkte Förderung.

Vorbild Niederlande: Ausstieg aus Tierversuchen ist möglich

Jährlich knapp drei Millionen Tiere leiden in Deutschland nach wie vor in Versuchen. Dass es auch anders geht zeigen die Niederlande: Dort hat Landwirtschaftsministers Martijn van Dam im März 2016 das niederländische nationale Komitee für den Schutz von zu wissenschaftlichen Zwecken verwendeten Tieren (NCad - National Committee for the protection of animals used for scientific purposes) damit beauftragt, einen Zeitplan für den Ausstieg aus Tierversuchen zu erstellen. Dieser, Ende 2016 veröffentlichte, Zeitplan enthält spezifische Empfehlungen zur Beschleunigung des Übergangs von Tierversuchen hin zu innovativen tierleidfreien Forschungsmethoden. So sollen gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche, wie etwa Giftigkeitsprüfungen, bis 2025 durch alternative tierversuchsfreie Methoden ersetzt werden. Für Tierversuche in der Grundlagenforschung wird ein 10-Jahres-Plan aufgestellt.

Weitere Informationen:

www.tierschutzbund.de
www.tag-zur-abschaffung-der-tierversuche.de
www.tierversuchsgegner.at
www.wdail.org
www.kleiner-kalender.de/rubrik/00705-internationaler-tag-des-versuchstie...


Referenzen

Quelle: PM/(OTS),(dtsb) u.a.

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