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Welttag der sozialen Gerechtigkeit

Montag, 20. Februar 2017 - 12:02

Welttag der sozialen Gerechtigkeit

Welttag der sozialen Gerechtigkeit

2007 von der UNO proklamiert und 2009 erstmals offiziell begangen

Die Vereinten Nationen ermahnen mit dem 2007 eingeführten "Welttag der sozialen Gerechtigkeit", die Anstrengungen der Armutsbekämpfung zu erhöhen. Ziel ist es, den Verwerfungen bei Einkommen ebenso entgegenzuwirken wie den Benachteiligungen von Frauen und jungen Menschen. Soziale Entwicklung und soziale Gerechtigkeit sind für die Herbeiführung und die Wahrung von Frieden und Sicherheit unerlässlich. Armutsbekämpfung, die Förderung von Beschäftigung, Geschlechtergleichheit und der Zugang zu sozialer Wohlfahrt sind von grundlegender Bedeutung für unser friedliches und prosperierendes Zusammenleben.

Soziale Balance sichert Wohlstand und Frieden: Ohne sozialen Ausgleich gibt es keine gerechte Gesellschaft

Soziale Gerechtigkeit sichert das friedliche Zusammenleben und die Würde der Menschen. Ungleichheiten verhindern hingegen echte Teilhabe und treiben die Menschen in die Armut. Fairness und Gerechtigkeit sind keine Selbstverständlichkeit, sondern sie müssen geschaffen werden. Ohne sozialen Ausgleich gibt es keine gerechte Gesellschaft. Der Schlüssel zu Wohlstand und Frieden liegt in der sozialen Balance, die aber derzeit aus vielen Richtungen ins Wanken gebracht wird.

Unsere Gesellschaft neigt zunehmend zu mehr Ungerechtigkeit.

Die Kluft zwischen arm und reich wächst unaufhaltsam. Viele Entwicklungsstrategien schliezen die soziale Dimension aus. Viele Menschen spüren die Veränderungen am eigenen Leib, in ihren Familien und wenden sich in ihrer Verzweiflung ab. Die einzige richtige Antwort, die eine verantwortungsvolle Politik darauf geben kann, ist die Beseitigung der wachsenden Ungleichheiten, die durch faire Verteilung, soziale Ausgewogenheit und gleiche Chancen getragen wird.

Die Ungleichheit ist die größte Bedrohung der Menschheit

Der Begriff der sozialen Gerechtigkeit ist momentan in aller Munde. Wenn Arbeitslosenzahlen steigen, Sozialleistungen reduziert werden, die Kluft zwischen Arm und Reich wächst, die soziale Stufenleiter immer glitschiger wird, immer mehr Menschen trotz Erwerbsarbeit nicht genug zum Leben haben, spezifische Gesellschaftsgruppen strukturell benachteiligt werden – dann sind sich die meisten Menschen einig: Das ist nicht sozial gerecht. Die EU-Sozialindex Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass der soziale Hintergrund eines Kindes immer noch ausschlaggebend für seinen späteren Bildungs- und Einkommenserfolg ist. Bildung, Vermögen und nützliche Netzwerke bieten zwar nach wie vor einen gewissen Schutz, immer mehr Menschen müssen sich allerdings im Laufe ihres Lebens auf Armutspassagen einstellen. Vor dem Hintergrund dieser gesellschaftlichen Entwicklungen sind die zahlreichen Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit wenig überraschend. Bildung öffnet viele Türen und schafft die Basis für eine erfolgreiche persönliche Zukunft. Unser Bildungssystem hat den Auftrag allen, unabhängig von den Geldbörsen und dem Bildungsgrad der Eltern, die gleichen Chancen zu bieten. Darauf ist von der Grundschule bis hin zur Universität und Aus- und Weiterbildung der Arbeitnehmer zu achten. Bei der immer stärker werdenden Digitalisierung unserer Arbeitswelt gilt es besonders darauf zu achten die Qualifikation der Menschen am Arbeitsmarkt stets ‚up to date‘ zu halten.

Was ist ‚sozial gerecht‘?

Während einer der prominentesten GerechtigkeitsphilosophInnen, John Rawls meint, soziale Gerechtigkeit könne nur dann erreicht werden, wenn sie hinter einem „Schleier der Unwissenheit“ ausverhandelt würde, verbindet viele andere politisch-philosophische Definitionsansätze die Annahme, dass die Ungleichheit das grundliegende Problem einer fehlenden sozialen Gerechtigkeit darstellt. Die politischen Bedingungen produzieren die wachsende Ungleichheit auf der die soziale Ungerechtigkeit basiert. Der Mensch ist kein Mangelwesen oder zu wenig wert, nicht ungenügend oder defizitär, um ihm eine gute Bildung, einen Arbeitsplatz oder faire Entlohnung vorzuenthalten. Es sind die ökonomischen und politischen Bedingungen, die mangelhaft sind, da sie sich ausschließlich am Erfolg Weniger orientieren. Unabhängig davon, in welche Familie ein Kind geboren wird, muss ihm der gleiche Zugang zu Bildung und in weiterer Folge die gleichen Aufstiegschancen zur Verfügung stehen. Zudem ist der Schutz vor Risiken für alle, der beispielsweise durch Sozialleistungen und Sozialversicherung gegeben wäre, Teil eines sozial gerechten Systems. Immer noch werden jedoch gewisse Gruppen von diesen Sicherheitsnetzen ausgeschlossen, obwohl sie fixer Bestandteil eines Sozialstaates sind. Wir beobachten einen seit mittlerweile über Jahre gehenden sukzessiven Sozialabbau, vor allem dort, wo Menschen keine Lobby haben. Zudem ist die gleichwertige Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt eine Voraussetzung für ein sozial gerechtes Land. Schwindende soziale Gerechtigkeit führt zu einer gefährlichen Einschränkung sozialer Freiheit, bedroht gesellschaftliche Teilhabe und zerstört den sozialen Zusammenhalt. Diese Entwicklung gilt es unter allen Umständen zu verhindern.

Grenzen für extreme Kapitalanhäufung

Nicht nur anlässlich des  „Welttags der sozialen Gerechtigkeit" müssen wir daher einen stärkeren Fokus auf die faire Verteilung des Wohlstands legen. "Es gibt nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland eine starke Schieflage bei der Verteilung des Wachstums. Diese wird nicht dadurch besser, dass unbelehrbare Ökonomen gebetsmühlenartig auf einen positiven wirtschaftlichen Durchschnittswert verweisen. Darin sind die unverschämt hohen Gewinne weniger ebenso enthalten wie die Belastungen vieler am unteren Ende der Einkommensskala", sagte der Bundesvorsitzende der IG BAU Robert Feiger schon 2017. "Wir brauchen eine Stärkung der Löhne vor allem im Niedriglohnbereich, und wir brauchen faire Arbeitsbedingungen. Umgekehrt muss der Trend zur Zusammenballung großer Vermögen gestoppt werden. Die Politik muss der ungezügelten und inzwischen schon obszönen Kapitalanhäufung einzelner Clans endlich Grenzen setzen."

Bündnis „Reichtum umverteilen – ein gerechtes Land für alle!“ will soziale Gerechtigkeit zum Thema machen

Eine steuerpolitische Kehrtwende zur Finanzierung von mehr sozialer Sicherheit und notwendigen Investitionen in das Gemeinwesen fordert das Bündnis „Reichtum umverteilen – ein gerechtes Land für alle“ anlässlich des Welttags der Sozialen Gerechtigkeit am kommenden Montag. „Es ist Zeit für soziale Gerechtigkeit“, sagt der ver.di Vorsitzende Frank Bsirske. „Dafür brauchen wir eine Kehrtwende in der Steuerpolitik, die den Reichtum im Lande so umverteilt, dass die Beschäftigten davon mehr profitieren und einen Kurswechsel in der Rentenpolitik, damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Würde von ihrer Rente leben können“, so Bsirske. Ein guter Sozialstaat braucht zwingend eine solidarische und nachhaltige Finanzierung. Davon sind wir in Deutschland weit entfernt“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. „Die starken sozialen Ungleichheiten in Deutschland zeigen sich in den vielen Kommunen, welche von Haushaltsproblemen und zunehmender öffentlicher Armut geprägt sind. Diese unhaltbare Situation lässt sich effektiv nur durch eine gerechte Umverteilungspolitik von ganz oben nach unten bekämpfen, denn Geld ist genug da – es muss nur gerechter verteilt werden!", so Ingo Meyer, vom Netzwerk Umverteilen in Nordrhein-Westfalen. Das Bündnis setzt auf die Bündelung der individuellen Stärken und Aktivitäten der beteiligten Organisationen.

Weitere Informationen:

Bündnis „Reichtum umverteilen“
Zum Trägerkreis des Bündnisses gehören: Alevitische Gemeinde Deutschland e.V. (AABF) • attac • AWO Bundesverband • BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland • BUND Jugend • Bundesjugendwerk der AWO • Bundesverband NEMO Netzwerke von Migrantenorganisationen • Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. • Der Paritätische Gesamtverband • Deutscher Kinderschutzbund (DKSB) • Deutscher Mieterbund (DMB) • DIDF • Die Tafeln Bundesverband • Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation • FÖS – Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft • Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB) • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) • Institut Solidarische Moderne • Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) • Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) • Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen • Nationale Armutskonferenz (nak) • NaturFreunde Deutschlands • Netzwerk Steuergerechtigkeit • OWUS Dachverband e.V. • OXFAM Deutschland • SoVD Sozialverband Deutschland • Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken • ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft • Volkssolidarität Bundesverband • Weed – Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung •
www.reichtum-umverteilen.de

Vereinte Nationen
www.un.org

Montagslichter
Die Montagslichter sind eine Initiative für mehr Menschlichkeit. Mit Kerzen setzen die Menschen jeden Montag ein sichtbares Zeichen gegen Fremdenhass und für die Solidarität aller Menschen!
www.montagslichter.de

Kleiner Kalender
http://www.kleiner-kalender.de/event/welttag-der-sozialen-gerechtigkeit/...


Referenzen

PN / eig. Text

Aktuell:

Auch von Rainer Wermelt

Homepage: www.rainerwermelt.de
Kontakt: www.gaupel34.de
Flüchtlings-Info-Coesfeld: www.fi-coesfeld.de
Weihnachtsmarkt Coesfeld: www.weihnachtsmarkt-coesfeld.de
Freifunk Coesfeld: www.freifunk-coesfeld.de
Blickpunkt Coesfeld - Magazin für den Kreis Coesfeld: www.blickpunkt-coesfeld.de
Borderline Selbsthilfegruppe Münsterland: www.borderline-coesfeld.de
EX-IN - Einbeziehung Erfahrener in die Psychiatrie: www.ex-in.net
Contributions To The European Heritage: www.european-heritage.org
Mopszüchterverein:  www.vrz-dhs-mops.de

Short URL: http://linkcode.de/2b4

 


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