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Aktionstag: Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut | 17. Oktober

Dienstag, 17. Oktober 2017 - 21:03

Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut

Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut

international | 1987 von Joseph Wresinski initiiert, 1992 von der UNO proklamiert

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen erklärte im Jahr 1992 den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut. Die extreme Armut in der Welt ist nach Angaben der Weltbank 2015 erstmals auf unter zehn Prozent zurückgegangen. Rund 9,6 Prozent der Weltbevölkerung leben hiernach in extremer Armut. Die Weltbank warnte jedoch vor überhöhten Erwartungen, da es in vielen Ländern des südlichen Afrikas bisher nur geringe Fortschritte gebe. Und auch in Europa gibt es Armut.

Agenda 2030

In der Agenda 2030 haben sich alle Staaten der Welt auf einen Zielkatalog verständigt, der sicherstellen soll, dass die Welt für die nachfolgenden Generationen ein lebenswerter Ort ist. Die Agenda 2030 verfolgt das Ziel, keinen Menschen zurückzulassen („Leave no one behind“). Das nachhaltige Entwicklungsziel 1 der UN Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), deren Umsetzung von der Staatengemeinschaft im September 2015 beschlossen wurde, strebt an, die Armut bis zum Jahr 2030 in allen Teilen der Welt absolut zu beseitigen. Die SDGs stellen einen Masterplan dar, der die aus dem Gleichgewicht geratene Welt wieder gerechter machen und Armut beseitigen soll.

Nachhaltige Entwicklungsziele zeigen die Richtung für eine Welt ohne Armut

Die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele sind als umfassende Herangehensweise an die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Welt zu verstehen. Die Agenda muss in ihrer Gesamtheit umgesetzt werden, einzelne Ziele zu erreichen wird nicht genügen. Die Agenda 2030 hat zu Recht zum Ziel, Armut in allen Teilen der Welt zu beenden. Dass, obwohl die Zahl hungernder Menschen in den letzten Jahren dank moderner Nahrungsmittelproduktion rückläufig ist, im Jahre 2016 immer noch über 800 Millionen Menschen in extremer Armut lebten und von Hunger betroffen sind, ist ein beschämendes Zeugnis für die internationale Staatengemeinschaft. Denn das Fehlen von Nahrungsmitteln ist nicht mehr allein die Ursache von Armut.

Armut ist kein Schicksal

Extreme Armut und Hunger sind kein Schicksal, sondern von Menschen gemacht: Kriege, Konflikte, die Folgen des Klimawandels sowie eine verfehlte Wirtschafts- und Handelspolitik sind häufige Ursachen für Armut und Hunger. Die reichen Länder müssen endlich die Armut und die Ursachen der zahlreichen Krisen in der Welt bekämpfen, anstatt sich in Alibi-Aktionen zu ergehen oder zu glauben mit Abschottung die Probleme einfach ignorieren zu können.

Armutsbekämpfung verlangt nach mehr Engagement

Armut bekämpfen heißt zum Beispiel: in Projekte vor Ort investieren, die eine Grundversorgung sicherstellen, die Bildungsmöglichkeiten schaffen, die den Aufbau von regionaler Wirtschaft ermöglichen und somit den Menschen in Krisenregionen eine Lebensperspektive geben.

Europa braucht eine moderne, zeitgemäße Entwicklungspolitik

Eine moderne Form der Ausbeutung macht sich in den letzten Jahren in den Entwicklungsländern breit. Weltweit agierende Konzerne und Unternehmen kaufen oder pachten zunehmend fruchtbare Ackerflächen in diesen Ländern, um ihre eigenen Produkte anbauen zu können. Neue sogenannte Freihandelsabkommen von Industrienationen mit der Dritten Welt sind so ausgelegt, dass sie den einheimischen Binnenmarkt durch subventionierte Billigimporte aus Europa ruinieren. Bestes Beispiel ist das Freihandelsabkommen "Economic Partnership Agreement" kurz EPA zwischen der Europäischen Union und afrikanischen Ländern. So kritisierte Merkels Afrika-Beauftragter Günter Nooke: "EU-Freihandelsabkommen EPA macht Entwicklungshilfe zunichte". Die weltweite Fluchtbewegung gründet sich auch aus dieser Fehlentwicklung in der Handels- und Entwicklungspolitik der Industrienationen. Eine moderne, zeitgemäße Entwicklungspolitik sollte nicht der eigenen einheimischen Wirtschaft dienen, sondern die Eigen- und Selbstständigkeit eines Entwicklungslandes fördern. Hier ist ein Umdenken dringend geboten! Armut gibt es aber nicht nur in den sogenannten Entwicklungsländern.

Armut hat viele Gesichter

In den reichen Ländern der Welt wachsen heute laut UN-Daten 30 Millionen Kinder in Armut auf. Auch in den reichen Länder des Erdballs sind Menschen armutsgefährdet. Die Politik ist angehalten darauf tagtäglich Antworten zu finden, anstatt zu spalten. Die Bevölkerung von Ländern mit geringen „Einkommens“-Unterschieden ist glücklicher und das Land sicherer – sagen namhafte Studien. Wer möchte nicht in einer Gesellschaft leben in der Bildung nicht vererbbar, sondern für jeden ein Aufstieg möglich ist? Wer will nicht in einem Land leben, in dem jeder sich ein gesundes Leben und bewusste Ernährung leisten kann?  Ein Dach über dem Kopf, Nahrung und Fortbewegung muss der Staat für alle garantieren. Das sind die Grundlagen, nach schweren Schicksalsschlägen – Jobverlust, familiäre Probleme, etc. – wieder ins Leben zurückzufinden. Und diese Garantie sorgt dafür, dass es auf unseren Straßen sicher ist und niemand von Kleinkriminalität leben muss.

Grundversorgung sicherstellen

Darüber hinaus wäre es ein Gebot der Stunde, bei steigender Arbeitslosigkeit, eine Grundversorgung aller, die in eine schwierige Situation geraten sind, sicher zu stellen. Alles andere als eine bedingungslose Mindestsicherung ist nicht akzeptabel. Die Diskussion über Verteilungsgerechtigkeit zu führen ist grundsätzlich zu begrüssen - nur nicht auf dem Rücken der Ärmsten. Einschnitte in diesem Bereich bringen niemandem etwas und gefährden vor allem betroffene Kinder, und bergen die Gefahr in sich, dass es zu vermehrter Obdachlosigkeit und Hungerleid kommt.


Referenzen

Aktuell:

Auch von Rainer Wermelt

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Allgemeine Rundschau - Nachrichten, Hintergründe und Meinunen zu den Themen der Zeit: www.allgemeine-rundschau.de
Blickpunkt Coesfeld - Stadtmagazin für Coesfeld: www.blickpunkt-coesfeld.de
Der neue Friedensreiter - politischer Autorenblog: www.friedensreiter.net
Flüchtlings-Info-Coesfeld: www.fi-coesfeld.de
Weihnachtsmarkt Coesfeld: www.weihnachtsmarkt-coesfeld.de
Freifunk Coesfeld: www.freifunk-coesfeld.de
Borderline Selbsthilfegruppe Münsterland: www.borderline-coesfeld.de
EX-IN - Einbeziehung Erfahrener in die Psychiatrie: www.ex-in.net
Contributions To The European Heritage: www.european-heritage.org
Mopszüchterverein:  www.vrz-dhs-mops.de

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