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PTA – PIRATEN fordern duales Ausbildungssystem

Donnerstag, 11. April 2013 - 11:29

Münster | 11.04.2013 | Beim derzeitigen Kurs der Landesregierung wird sich künftig kaum noch jemand eine Ausbildung zum Pharmazeutisch-Technischen-Assistenten (PTA) leisten können. „Der Vorschlag des Gesundheitsministeriums, die Ausbildung nur noch über freiwillige Zuschüsse der Apothekenkammern zu finanzieren, lässt die Auszubildenden im Endeffekt auf den Kosten sitzen“, kritisiert Lukas Lamla, Gesundheitspolitischer Sprecher der Piratenfraktion, den heute im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales debattierten Gesetzentwurf der Landesregierung zur Änderung des Heilberufsgesetzes. „Viele Apotheker kämpfen ums wirtschaftliche Überleben. Zu glauben, dass sie freiwillig zusätzliche Kosten übernehmen werden, ist völlig naiv.“

Die Piratenfraktion lehnt den Gesetzentwurf ab und schlägt stattdessen vor, gemeinsam mit Apothekerverbänden und PTA-Schulen ein duales Ausbildungssystem zu entwickeln. So könnten die PTA-Schüler neben ihrer theoretischen Ausbildung von Anfang an in Apotheken arbeiten und praktische Erfahrung sammeln. „Eine solche Kombination hat sich schon in vielen anderen Branchen bewährt und befreit den Einzelnen von der wirtschaftlichen Belastung eines Schulgeldes“, erklärt Torsten Sommer, Arbeitspolitischer Sprecher der Piratenfraktion.

Auch Olaf Wegner, Sozialpolitischer Sprecher der Piratenfraktion, warnt davor, den PTA-Beruf zum Elitejob mutieren zu lassen. „Sozial Schwächere, Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund stellen die größte Gruppe an PTA-Schülern dar“, gibt er zu bedenken. „Ein noch höheres Schulgeld können sich diese Menschen einfach nicht leisten.“

Das münstersche Ratsmitglied Pascal Powroznik unterstützt die Forderung: "Jede Ausbildungskraft muss jetzt schon 183 Euro pro Monat aus eigener Tasche bezahlen. Die Stadt Münster trägt derzeit mehr als 390 Euro pro Kopf zur Finanzierung bei. Es ist unverantwortlich von der Landesregierung das Problem auf die Kommunen abzuwälzen. Die Absicht des Landes NRW macht diese Diskussion zur Fortführung der PTA leider erneut erforderlich. Bei weiterer Unsicherheit ist leider auch zu erwarten, dass die Nachfrage potentieller Schülerinnen und Schüler weiter zurückgeht."

 

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