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Freie, kommunale Bildungspolitik

Grundsatzposition

Für ein freies Bildungssystem

Die Aktuelle Situation an Schulen und Hochschulen entspricht nicht meinen Vorstellungen von Bildung in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Ich sehe Bildung als unabdingbares Menschenrecht und fordern Chancengleichheit und den freien Zugang zu Informationen und Bildung für alle Menschen sowie eine demokratische Organisation der Lehr- und Lerneinrichtungen. Ich fordere einen massiven Ausbau der Investitionen ins Bildungssystem und die Gewährleistung freien, selbstbestimmten Lernens im gesamten Bildungsweg. Der Kreis und die Städte und Gemeinden kommen hier als Träger der Schulen in vielen Bereichen eine verantwortliche Rolle zu.

Zugang zu Bildung verbessern

Der freie Zugang zu Information, Bildung, Ausbildung und Weiterbildung ist für die Gesellschaft und eine starke Demokratie dringend notwendig und eine der wichtigsten Ressourcen und Investitionen in die Zukunft. Er ist daher im Interesse aller und es ist vordergründige staatliche Aufgabe eine gute und moderne Bildungsinfrastruktur zu finanzieren und jedermann frei und kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Der Zugang zu Bildung ist aktuell entgegen aller Lippenbekenntnisse stark eingeschränkt und für viele Menschen unmöglich. Viele Menschen können ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen, viele müssen Schule oder Studium vorzeitig abbrechen. Gründe verschiedenster Art, wie Kindererziehung, soziales Engagement, Selbstfinanzierung und/oder familiäre, bzw. persönliche Schwierigkeiten erschweren Bildung und Studium. Die Investitionen inskommunale Bildungssystem müssen daher aufgestockt und Lernende in schwierigen Lagen auch von der Kommune unterstützt werden.

Lehr- und Lernmittelfreiheit und Open Access!

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit besteht die Möglichkeit unser komplettes Wissen zu sammeln, zu speichern und für die Allgemeinheit zugänglich zu machen. Gerade im Bereich der Schulen bieten sich hier ungeahnte Möglichkeiten. Leider werden diese stark beschnitten. Ich fordere die Kommunen auf sich für eine vollständige Lern- und Lehrmittelfreiheit für Nordrhein Westfalen einzusetzen bzw. diese von Land einzufordern.
Die Verwendung und das Schaffen von freien Werken zur Vermittlung von Wissen müssen von Land und Kommunen unterstützt und ausgebaut werden. Freie Werke sind nicht nur kostenfrei im Unterricht einsetzbar, sondern ermöglichen dazu dem Lehrenden ohne rechtliche Hürden die Lernmittel auf seinen Unterricht anzupassen. Alle in den Bibliotheken bereitstehenden Bücher und Zeitschriften sollen, auch in digitaler Form, für die Studierenden und Mitarbeiter frei zugänglich und verfügbar sein. Das Problem nicht bereitstehender oder auch nicht auffindbarer Bücher würde damit gelöst.

Freie Software in der Lehre

Ich fordere den Einsatz offener Software auch in der Lehre. Software verkörpert Wissen, und wir wollen nicht länger Millionen an Steuergeldern für geschlossene und intransparente Systeme ausgeben. Mit der Förderung und dem Einsatz von offener Software will ich für Transparenz an den Schulen und für Erweiterbarkeit der Systeme durch Interessierte sorgen. Freie Software muss Lernenden und Mitarbeitern an jedem Schulrechner angeboten werden. Bei der Neuanschaffung von Programmen oder dem Neuaufbau von Systemen und Datenbanken möchte ich, dass Open-Source-Lösungen eingesetzt werden. Ich lehne die Anschaffung proprietärer Software bei existierenden Open-Source-Alternativen grundsätzlich ab. Schüler dürfen nicht zur Nutzung oder gar zur Anschaffung bestimmter proprietärer Software genötigt werden, genauso wenig wie Mitarbeiter. Umfassende Kooperationsverträge mit Software-Monopolisten lehne ich ab.

Freie Schulungsunterlagen ("Open Courseware")

Kooperation fördert eine bessere Lehre, eine Wissensgesellschaft ist möglich. Ich fordere  die Einrichtung einer Online-Plattform mit freien und kostenlosen Lehrmaterialen für Kindergärten, Schulen sowie Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Durch die Möglichkeit des kollaborativen Editierens sollen diese stets aktuell gehalten und weiterentwickelt werden können.

Schulen demokratisieren

Bildungseinrichtungen sind für SchülerInnen und StudentInnen ein prägender und umfassender Teil des Lebens. Sie sind deswegen als Lebensraum der Lernenden zu begreifen, der durch sie mitbestimmt werden muss. In Schulen müssen SchülerInnen ein Mitspracherecht bei der Gestaltung ihres Schulalltags haben. Demokratische Werte müssen vermittelt und vor gelebt werden, um die Akzeptanz der Entscheidungen zu erhöhen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und selbstbestimmtes Lernen im ausreichenden Maße zu ermöglichen. Ich fordere eine grundlegende demokratische Organisation der Schulen.

Finanzierung von privaten Bildungseinrichtungen

Eine private Finanzierung öffentlicher Bildungseinrichtungen muss stets kritisch hinterfragt werden. Ein Einfluss auf Lehrinhalte muss ausgeschlossen sein. Einer Kommerzialisierung von Schulen stelle ich mich entschieden entgegen. Exzellenzinitiativen will ich kritisch überprüfen, damit nicht in Konkurrenz um Fördergelder nur noch Wenige gute Lehre leisten können.
Private Bildungseinrichtungen, die öffentlich gefördert werden, müssen von der Allgemeinheit kostenlos besucht werden können. Sie müssen in allen Belangen den öffentlichen Schulen gleichgestellt werde und dürfen für den Besuch der Schule keine Gebühren erheben. Auch Diskriminierungen nach Konfessionen sind zu unterbinden. Öffentlich geförderte Bildungseinrichtungen müssen zur Transparenz verpflichtet werden. Das gilt sowohl für Geschäftsergebnisse als auch die Verwendung der Fördermittel.

Schulnamen demokratisch vergeben

In der Vergangenheit wurden Schulnamen in wenig demokratischen Verfahren vergeben. Daher möchte ich, dass Schulen selbst in Konferenzen mit Schulleitung, Lehrerkollegium, Eltern und Schülern die Namensgebung ihrer Schule im Konsens finden. Die Benennung von Schulen nach wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmern oder Unternehmen sehe ich kritisch. Einen Ausverkauf von Schulnamen aus kommerziellen Interessen lehnen wir ab.

Keine Bundeswehr an Schulen

Als Pirat lehne ich Werbeveranstaltungen der Bundeswehr an Schulen grundsätzlich ab. Wird ein Angehöriger der Bundeswehr im Rahmen des Unterrichts eingeladen, ist zwingend für entsprechende Ausgewogenheit zu sorgen, z. B. durch Hinzuziehen eines bundeswehrkritischen Referenten.

Ganztagsschulen

Mit den vorhandenen Angeboten in Sachen Ganztagsschule ist der Kreis trotz Weichenstellungen der rot-grünen Landesregierung noch nicht familienfreundlich. Als Pirat möchte ich mich für eine zeitnahe Erweiterung des Ganztagsangebots im gesamten Kreis Coesfeld einsetzen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Erst mit flächendeckenden offenen, freiwilligen Ganztagsangeboten ist gewährleistet, dass jeder Schüler, egal an welchem Ort, unabhängig vom Grad der Begabung individuell gefördert werden kann. Dazu sollen die Schulen selbst Förderangebote in Eigenverantwortung entwickeln. Die dafür benötigten Gelder und Stellen müssen vermehrt beim Ministerium eingefordert werden.

Vernetzung von Vereinen und Schulen

Kooperationen zwischen Vereinen und Schulen / Kitas sollen erleichtert und gefördert werden, sodass die Vereine von den Ressourcen der Schule und umgekehrt profitieren können (Räumlichkeiten, Nachmittagsangebote, gemeinsame Materialanschaffung etc.). Hier sollte eine Plattform geschaffen werden, die die Kommunuikation und die Kontaktaufnahme erleichtern soll (z.B. Public Space Server).

Weiterführende Schulen, berufliche Bildung und Weiterbildung

Als Pirat mache ich mich für die weiterführenden allgemeinbildenden und beruflichen Schulen stark. Durch die flächendeckende Chance auf einen weiterführenden Bildungsabschluss soll das Qualifikations- und somit auch das Einkommensniveau im Kreis auch langfristig gehalten werden. Ich verfolgen dabei das Ziel der Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung und der Gleichberechtigung von Staats- und Privatschulen bei Finanzierung, materieller und personeller Ausstattung. Dafür will ich mich beim Kreis einsetzen. Ein fairer Wettbewerb zwischen den Schulen wirkt sich positiv auf die Qualität der Lehre und der Abschlüsse aus.

 

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Zu guter Letzt

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